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Ärzte verschreiben weniger Anti-Baby-Pillen mit Thromboserisiko

21. September 2018 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Gute Nachrichten für junge Frauen: Ärzte verschreiben Frauen unter 20 Jahren deutlich weniger Anti-Baby-Pillen, die ein höheres Risiko für Thrombosen und Embolien aufweisen. Die Zahl sank innerhalb von zwei Jahren von 66 auf 55 Prozent. Der Verschreibungsanteil risikoärmerer Pillen stieg von 31 Prozent (2007) auf 45 Prozent in 2017. Das geht aus einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) von Rezepten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hervor.

Bereits seit 2014 gibt es die Empfehlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, jungen Frauen, die das erste Mal die Pille einnehmen, Präparate mit einem geringen Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien zu verschreiben. "Wir begrüßen sehr, dass sich hier langsam ein Trend in die richtige Richtung zeigt. Allerdings hat aber die Verordnung von neueren Anti-Baby-Pillen zugenommen, deren langfristiges Gesundheitsrisiko noch unklar ist", sagt Dr. Michael Wagner, Präsident der Deutschen Venen-Liga e.V., einer der größten Patientenvereinigungen in Deutschland. Besonders bei jungen Menschen sollten aber nur Arzneimittel verschrieben werden, zu deren Sicherheit Langzeitstudien vorliegen, so der Mediziner weiter.

Frauen, die die Pille nehmen, sollten generell auf typische Anzeichen einer Thrombose oder Embolie achten und dann umgehend zum Arzt gehen: Starke Schmerzen im Bein, Schwellungen oder ein Spannungs- und Schweregefühle sowie eine bläulich-rote Verfärbung oder glänzende Haut am Bein können Anzeichen einer Thrombose sein. Bei plötzlicher Atemnot, Herzrasen, atemabhängigen Brustschmerz oder bei unerklärlichem Husten droht eine lebensgefährliche Embolie.

Die Zahl der jungen Erwachsenen, die Veränderungen an ihren Beinvenen aufweisen, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. In vielen Fällen äußert sich das durch die Ausbildung von Besenreiserästchen (feinste Erweiterungen der Haargefäße in der Haut). Diese sollten möglichst bald durch einen Venenspezialisten (Phlebologen) untersucht werden. Eine frühzeitige Diagnostik mit Beratung und gegebenenfalls Behandlung sind von großer Bedeutung für die Gesundheit der jungen Menschen.

Weitere Informationen und Anschriften von Phlebologen bundesweit:
Deutsche Venen-Liga e.V. Hauptgeschäftsstelle
Sonnenstraße 6
56864 Bad Bertrich
gebührenfreie Hotline 0800 4443335
www.venenliga.de

Quelle: Pressemeldung Deutsche Venen-Liga e.V.

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