Venenratgeber

startseite aktuelles grundlagen arztbesuch diagnostik diagnosen therapie tipps venen-abc expertenrat links newsletter impressum

Venenratgeber

Aktuelles

Aktuelles aus der Thromboseforschung

14. September 2011 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Wenn Blutzellen miteinander verkleben, können sich gefährliche Thrombosen bilden. Eine entscheidende Rolle spielen dabei aktivierte Blutplättchen, die Thrombozyten. Schon seit längerem vermuten Forscher, dass die roten Blutzellen bei der Entstehung von Blutklümpchen nicht zufällig im Thrombus haften bleiben. Ihnen wird hingegen selbst eine aktive Rolle zugeschrieben, wenn Blut auf krankhafte Weise verklumpt. Erstmals konnten Wissenschaftler der Universität des Saarlandes jetzt im Laborversuch zeigen, dass rote Blutzellen unter bestimmten Bedingungen so starke Anziehungskräfte entwickeln, dass sie aneinander haften und somit vermutlich Thrombosen verursachen können. Die Forschungsergebnisse haben sie in der renommierten Fachzeitschrift „Cell Calcium“ veröffentlicht.

Die Blutgerinnung schützt den Körper vor dem Verbluten. Nach einer Verletzung verklumpt das Blut und schließt die Wunde. Wenn sich hingegen Thromben im Blutkreislauf bilden, so handelt es sich dabei um einen unerwünschten Effekt. Bisher hatte man bei der Therapie solcher Erkrankungen vor allem die Blutplättchen, also die Thrombozyten, im Blick. Man ging davon aus, dass diese sich aneinanderlagern und dann auch die roten Blutzellen, die Erythrozyten, am Durchfluss hindern. Um Blutklumpen zu vermeiden, setzt man heute vor allem auf Medikamente, die das Blut wieder verflüssigen. „Die neuen Erkenntnisse über die genauen zellulären Abläufe vermitteln nun ein etwas anderes Bild. Wir glauben, dass wir mit unserer Forschungsarbeit die Grundlagen für neue Therapieansätze geschaffen haben“, erläutert Ingolf Bernhardt, Professor für Biophysik der Universität des Saarlandes. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Christian Wagner, Professor für Experimentalphysik der Saar-Uni, und Dr. Lars Kästner von der Medizinischen Fakultät haben die saarländischen Forscher die roten Blutzellen genauer untersucht.

In Experimenten haben die Wissenschaftler gezeigt, dass rote Blutzellen offensichtlich einen Kanal besitzen, der durch Substanzen, die von den Blutplättchen ausgeschüttet werden, aktiviert wird. Durch diesen Kanal kann Kalzium in die Zelle eindringen, was dort zu einer erhöhten Konzentration führt. „Wenn sich die Kalziumkonzentration in Zellen verändert, so kann dies ganz verschiedene Prozesse auslösen. Bei den roten Blutzellen werden zum Beispiel Proteine aktiviert, welche die Lipidverteilung zwischen innerer und äußerer Schicht der Zellmembran verändert. Dies kann die Kräfteverhältnisse so verschieben, dass die Blutzellen aneinander haften und verklumpen“, erklärt Biophysiker Bernhardt. Im Laborversuch nutzen die Forscher ein spezielles Kraftspektroskop. Dieses kann sogar die äußerst winzigen Kräfte messen, die entstehen, wenn man zwei einzelne rote Blutzellen, die man zuerst in Kontakt miteinander gebracht hat, auseinander zieht. Der ermittelte Wert war in Anwesenheit der von Blutplättchen ausgeschütteten Substanzen mit 100 Piconewton (pN) recht hoch und belegt, dass die Anziehungskräfte zwischen den roten Blutzellen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Thrombosen spielen können.

Quelle: Pressestelle Universität des Saarlandes

Weitere News-Beiträge

2011
14. Dezember 2011 Nicht reintappen - Venenfallen im Winter! ... → mehr

14. November 2011 Aktuelles aus der Krampfaderforschung... → mehr

14. Oktober 2011 Miss Germany 2011: Schöne Beine in Bestform!... → mehr

13. August 2011 Reisethrombosen - Gefahr droht auch in Auto, Bus und Bahn... → mehr

13. Juli 2011 Sind Krampfadern vererbt oder nicht?... → mehr

13. Juni 2011 Lob für den Stützstrumpf... → mehr

8. Mai 2011 Starkes Übergewicht erhöht Risiko von Operationen und erschwert chirurgische Eingriffe... → mehr

8. April 2011 Verbesserung der Versorgung chronischer Wunden gefordert... → mehr

8. März 2011 Haben Männer Krampfadern?... → mehr

8. Februar 2011 Krampfadern treiben Gesundheitskosten in die Höhe... → mehr

7. Januar 2011 Besenreiser und Krampfadern besser im Winter behandeln lassen... → mehr

Archiv
2018 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2018 anzeigen
2017 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2017 anzeigen
2016 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2016 anzeigen
2015 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2015 anzeigen
2014 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2014 anzeigen
2013 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2013 anzeigen
2012 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2012 anzeigen
2010 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2010 anzeigen
2009 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2009 anzeigen
2008 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2008 anzeigen
2007 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2007 anzeigen
2006 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2006 anzeigen
2005 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2005 anzeigen
2004 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2004 anzeigen
2003 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2003 anzeigen
letzte Aktualisierung dieser Seite am: 02.07.2018
Die Inhalte von Venenratgeber.de können und sollen keinen Arztbesuch ersetzen und stellen keine Anleitung zur Selbstmedikation oder Selbstdiagnose dar. Die Informationen dieser Webseiten inklusive der Expertenräte sollen zur Erlangung zusätzlicher Informationen zu einer bereits gestellten Diagnose oder zur Vorbereitung eines Arztbesuches dienen. Empfehlungen hinsichtlich Diagnoseverfahren, Therapieformen, Medikamenten oder anderer Produkte werden nicht gegeben.
Bitte lesen Sie hierzu die Nutzungsbedingungen mit Haftungsausschluss und beachten Sie unsere Datenschutzererklärung.
© 2018 medical project design GmbH